Logo
Der Blick
Logo

Kenntnisprüfung am Bremer Lehrinstitut für Physiotherapie

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

In Deutschland sind die Inhalte und der Ablauf der Physiotherapie-Ausbildung staatlich festgelegt und es gibt sehr genaue Regelungen, welche Inhalte in wie vielen Unterrichtsstunden gelernt werden müssen. Deswegen wird von den Behörden genau geprüft, ob eine Physiotherapie-Ausbildung, die im Ausland gemacht wurde, mit einer deutschen Ausbildung vergleichbar ist.

Antrag bei der Behörde

Wenn Sie im Ausland eine Physiotherapie-Ausbildung abgeschlossen haben und in Deutschland als Physiotherapeut/in arbeiten möchten, brauchen Sie zuerst eine Anerkennung des Abschlusses durch die Behörde.

Als Erstes stellen Sie einen Antrag auf die Anerkennung. Informationen dazu finden Sie auf dieser Seite.

Auf der Webseite der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz finden Sie das Antragsformular zum Download.

Mit dem Antrag müssen Zertifikate, Nachweise über die Berufserfahrung, ein Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse (Niveau B2) und einige andere Dokumente eingereicht werden. Die Behörde entscheidet innerhalb von 12 Wochen, ob die ausländische Ausbildung gleichwertig ist.

Wenn Ihr Abschluss anerkannt wird, können Sie in Deutschland in Ihrem Beruf arbeiten.

In sehr vielen Fällen kann die Ausbildung nicht anerkannt werden, weil die Unterschiede sehr groß sind.

Bei einem negativen Bescheid

Wenn die Behörde Ihren Antrag abgelehnt hat, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können einen Anpassungslehrgang (ein Kurs, um fehlende Kenntnisse nachzuholen) oder eine Kenntnisprüfung machen. Die Kosten dafür müssen Sie selbst bezahlen.

Seit 2018 können Migranten mit ausländischem Abschluss am Blipht eine Kenntnisprüfung ablegen. Wenn Sie bestehen, können Sie in Deutschland als staatlich anerkannte/r Physiotherapeut/in arbeiten. In den Prüfungen sollen Sie zeigen, dass Sie dasselbe Wissen haben wie deutsche Absolventen. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Kenntnisprüfung sich besonders für Absolventen eines ausländischen Bachelor- oder Masterstudiums mit Berufserfahrung eignet. Einen Anpassungslehrgang bieten wir momentan NICHT an.

Weil die Ausbildungen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich sind, prüfen wir individuell, ob eine Kenntnisprüfung bei uns für Sie Sinn macht.

Der Weg zur Kenntnisprüfung

Sie investieren viel Zeit und Geld für die Prüfung und auch für uns bedeutet der Prozess viel Arbeit. Deswegen haben wir ein Vorgehen mit mehreren Stufen entwickelt.

  1. Sie senden uns Ihre Unterlagen zu. Wichtig sind für uns Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate und Ihre Berufserfahrung. Auch den Bescheid der Behörde brauchen wir.
  2. Die Schulleitung prüft Ihre Dokumente und entscheidet darüber, ob wir gute Chancen sehen, dass Sie die Kenntnisprüfung erfolgreich bestehen können.
  3. Wir laden Sie zu einem Vorstellungsgespräch ein. In diesem Gespräch wollen wir mehr über Ihre Ausbildung und Berufserfahrung wissen.
  4. Wenn Sie auch im Gespräch zeigen können, dass Sie sich in der Physiotherapie gut auskennen, werden wir mit Ihnen einen Plan für die Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung  erarbeiten.
  5. Zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung besteht die Möglichkeit einige Zeit bei einem unserer Kooperationspartner eingesetzt zu werden.
  6. Danach führen wir mit Ihnen eine „Probeprüfung“ durch. Wir entscheiden dann, ob Sie die Kenntnisprüfung machen können.

Die Kenntnisprüfung

Die Kenntnisprüfung besteht aus 3 Einzelprüfungen

  1. praktische Prüfung in Neurologie/innere Medizin
  2. praktische Prüfung in Chirurgie/Orthopädie
  3. mündliche Prüfung

Nach der erfolgreich bestandenen Prüfung

Wir haben gute Erfahrungen mit diesem Vorgehen gemacht. Dieses Jahr haben schon zwei Therapeuten die Kenntnisprüfung erfolgreich bestanden.
Wenn Sie die Prüfung bestanden haben, erhalten Sie von uns ein vorläufiges Zertifikat. Damit können Sie schon als Physiotherapeut arbeiten. Sie müssen allerdings noch bei der Behörde Ihre staatliche Anerkennung beantragen. Dazu müssen auch noch einige andere Dokumente vorgelegt werden (z.B. ein polizeiliches Führungszeugnis).

Kosten

Die Kosten werden individuell festgelegt. Sie hängen von den persönlichen Voraussetzungen und dem Arbeitsaufwand für die Schule ab. Sie müssen für die Prüfung und die Vorbereitung selbst bezahlen.